Fridas Pflegewelt!

Legende von der Schaffung der Altenpflegerin

24. April 2011

Eines Tages, als in den himmlischen Räumen mal wieder Hochbetrieb herrschte, suchte Petrus Gott und fand ihn in der Werkstatt. Gott formte gerade aus einem Lehmklumpen einen neuen Menschen, nahm hier etwas weg, fügte dort etwas hinzu, trat dann prüfend zurück, rieb sich das Kinn, murmelte vor sich hin und begann dann erneut konzentriert an der Figur zu arbeiten.

Petrus sah fasziniert zu. Sein eigenes Anliegen hatte er völlig vergessen. “Herr, was machst Du da?” wollte er wissen. “tja, weißt Du, die Menschen auf der Erde brauchen etwas Neues, eine Fachkraft für Altenpflege.” war die Antwort. “Und wozu?” fragte Petrus nach.

“Früher wurden die alten Menschen, man nennt sie jetzt übrigens Senioren, in den Familien gepflegt. Aber heutzutage gibt es kaum noch Mehr-Generationen-Häuser und viele kinderlose Senioren. Die anderen haben zwar Kinder, aber die können oder wollen die Pflege der Eltern nicht übernehmen. Diese pflegebedürftigen Menschen werden in Heimen betreut und dafür braucht man qualifiziertes Personal.”

“Das verstehe ich. Aber was macht die Sache so schwierig?” lautete die nächste Frage von Petrus.” Siehst Du diesen Anforderungskatalog?” Gott zeigte einen eng beschriebenen Bogen und begann zu lesen:

Eine gute Pflegekraft muss körperlich so fit sein, wie ein mehrfacher Olympiasieger. Schließlich muss sie auf die Rufanlage reagieren wie Emil Zattopek auf den Startschuss und sie soll so stark sein wie Pippi Langstrumpf, denn nicht alle Pflegebedürftigen werden Leichtgewichte sein. Auf die Bedürfnisse und Stimmungen der Bewohner soll sie sensibel wie ein Geigerzähler reagieren, für Gespräche mit Bewohnern und Angehörigen wird eine Fachkraft manchmal das Verhandlungsgeschick eines ganzen diplomatischen Corps benötigen und bei der Anleitung von Pflegeschülern oder neuen Mitarbeitern wären die pädagogischen Fähigkeiten von Heinrich Pestalozzi sicher nicht von Nachteil. Die Medikamentenkenntnisse einer Pflegefachkraft sollen denen eines Apothekers gleichen, der sein Examen mit “summa cum laude” gemacht hat und in Rechtsfragen soll sie es mit einem Richter am Bundesverfassungsgericht aufnehmen können. Bei Gesprächen mit Sachbearbeitern von Kranken- und Pflegekassen muss die Spitzenpflegekraft die Beharrlichkeit einer ganzen Herde texanischer Rinder an den Tag legen können. Eine Pflegekraft darf zwar keine Diagnosen stellen, sollte aber über Krankheitsbilder fast so gut Bescheid wissen wie ein Arzt.

Außerdem braucht eine Pflegekraft mindestens sechs Hände. Zusätzlich zur Grundpflege wartet noch allerhand Arbeit auf die Fachkraft. Sie muss eine subkutane Injektion geben, einen weinenden Heimbewohner trösten, Medikamente vorbereiten und verteilen, Essen reichen, dem Pflegeschüler eine Dekubitusversorgung zeigen, dabei die Lagerungspläne kontrollieren, eine Pflegedokumentation schreiben, sich telefonisch nach den Laborwerten einer Heimbewohnerin erkundigen, nebenbei eine Medikamentenbestellung faxen und mit den zusätzlichen Augen am Hinterkopf bemerken, dass eine demente Bewohnerin wieder einmal weglaufen will und versuchen, sie daran zu hindern. Dann ist ein Katheder zu wechseln, Termine für Arztbesuche, Krankengymnastik und ähnliches sind zu koordinieren, ein eingestuhlter Bewohner soll geduscht und umgezogen werden und der Dienstplan muss auch noch fertiggestellt werden. In der Rezeption warten Angehörige auf ein Gespräch wegen einer Pflegevisite und der MDK hat sich ebenfalls angekündigt. Pflegepläne sollen aktualisiert und die Arbeitspläne dann daran angepasst werden, der Arzt ist zur Visite gekommen und benötigt Assistenz für eine Infusion. Im Terminkalender stehen außerdem noch einige Wundpflegevisiten.
Die täglich fälligen Verbandwechsel sowie die anstehenden internen und externen Fortbildungen brauchen gar nicht erwähnt zu werden.

Dabei sind möglichst immer zwei oder noch besser drei Dinge auf einmal zu erledigen, denn die große Faust “Uhr” wird den Pflegekräften immer im Nacken sitzen. Die Mundwinkel dürfen nie nach unten hängen; “keep smiling” heißt die Devise. Deshalb brauchen gute Pflegekräfte einen breiten Rücken, damit aller Ärger mit uneinsichtigen Bewohnern, zu Unrecht nörgelnden Betreuern, sowie pampigen Sachbearbeitern von Sozialämtern und Pflegekassen, dem abgestürzten Computer oder anderen technischen Pannen daran abgleitet wie ein Spiegelei aus einer Teflonpfanne.

Dazu gehören Schicht- und Wochenendarbeit; und auch an den Feiertagen müssen die alten Menschen versorgt werden. Weil das Gehalt nicht gerade üppig sein wird, ist eine große Portion Idealismus gefragt. Das liebevolle Verständnis für die Gebrechen und die kleinen und großen Marotten der Senioren sowie für ihre Stimmungsschwankungen ist sowieso Voraussetzung.

“Ganz schön happig” lautet der Kommentar von Petrus. “Ja, es war wirklich nicht einfach. Aber ich habe es geschafft. dort sitzt meine “Fachkraft für Altenpflege“. Stolz zeigte Gott auf die fertige Figur.
In diesem Moment löste sich aus deren Auge eine Träne. “Ich ahnte es ja schon während Deiner Ausführungen. Das ist auch für Dich zu schwierig. Die kann nicht funktionieren. Die ist ja jetzt schon kaputt”, glaubte Petrus zu wissen.
Gott lächelte und antwortete:”Das ist kein Defekt! Das ist eine Träne. Techniker nennen das Überdruckventil. Es ist nötig, weil die Menschen in diesem Beruf immer unter großen Druck stehen werden”.

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Die Pflegeplanung

24. April 2011

Die Pflegeplanung ist den meisten Auszubildenden zur bzw. zum Gesundheits- und Krankenpfleger/in ein Dorn im Auge. Zumindest war es bei mir so. Im Unterricht besprochen und dann nur vereinzelt in der Praxis gesehen und dort war die Durchführung auch meist nur sehr halbherzig. Im Praxisalltag auf Station waren einfach nicht die zeitlichen Ressourcen vorhanden, um eine ausführliche Pflegeplanung zu erstellen.
Dennoch ist die Erstellung einer Pflegeplanung ein großer Teil der praktischen Prüfung beim Krankenpflege-Examen. Somit ist jeder Krankenpflegeschüler zumindest einmal in seiner Laufbahn dazu gezwungen, eine ordentliche Pflegeplanung zu schreiben. Um Euch dabei behilflich zu sein, werde ich Euch ein sehr ausführliches Beispiel präsentieren, aus dem ihr bestimmt die ein oder andere Formulierungshilfe abgucken bzw. sie als Muster für Eure eigene Pflegeplanung verwenden könnt.Infos zur Pflegeplanung:
Die Pflegeplanung ist ein Teil des Pflegeprozesses und stellt ein dynamisches Werkzeug im Koffer der Pflegekraft dar.
Zumindest in Deutschland und auch während meiner Ausbildung wurde das Pflegeprozess-Modell nach Fiechter/Meier als Standart verwendet. Die Schritte, welche jedoch nicht linear ablaufen müssen, sehen wie folgt aus:

  • Informationen sammeln
  • Erfassen von Problemen und Ressourcen
  • Festlegung von Zielen
  • Planung der Maßnahmen
  • Durchführung der geplanten Maßnahmen
  • Evaluation/Auswertung

Zur Erstellung der Pflegeplanung sind somit die Punkte 1 bis 4 nötig.

Was gehört zur Pflegeplanung:

Die Pflegeplanung, die im Examen erwünscht ist, beinhaltet eine Pflegeanamnese, welche alle gesammelten Informationen erhält und dann die eigentliche Pflegeplanung, die sich aus der Pflegeanamnese ableitet.

Beachte: Jedes beschriebene Problem in der Pflegeplanung muss auch in der Pflegeanamnese auftauchen.

Pflegeplanung:
Kommen wir nun zur Pflegeplanung selbst. Wie schon erwähnt, kann ich nur Probleme benennen, die sich auch in der Pflegeanamnese wieder finden.

Eingeteilt habe ich die Pflegeplanung nach den AEDL’s (Aktivitäten und existentiellen Erfahrungen des Lebens) nach Monika Krohwinkel. Monika Krohwinkel hat 13 Unterteilungen gefunden, ich habe mir nun die passenden zu diesem Fallbeispiel herausgesucht.

Bei jedem gefunden Pflegeproblem habe ich noch hinzugefügt, welche Ursache es hat, “bedingt durch”, und in welcher Art und Weise sich dieses Problem äußert – “angezeigt durch”. Auch das benennen von Ressourcen ist wichtig, sei es auch nur, dass der Patient die Maßnahmen akzeptiert und compliant ist.

Unterteilt ist die Pflegeplanung in “Pflegeprobleme und Ressourcen”, “Pflegeziel” und “Pflegerische Maßnahmen”.

“Pflegeproblem und Ressourcen” sollen knapp gehalten sein und beschreiben den Ist-Zustand bzw. ein potentielles Problem, eine Gefährdung.

Das “Pflegeziel” soll positiv formuliert sein und auch realistisch gewählt sein. So wäre es zum Beispiel im Beispiel unrealistisch als Pflegeziel zu haben, dass Frau M. keine Schmerzen mehr hat, da dies bei der Grunderkrankung so gut wie unmöglich ist. Auch die Formulierung “Patientin hat keine Schmerzen” wäre nicht richtig, da sie nicht positiv formuliert ist. Richtig wäre somit zum Beispiel ”Patientin äußert, dass Schmerzen erträglich sind”. In diesem Fall ist das Ziel realistisch gewählt und positiv formuliert.

Die “Pflegemaßnahmen” sollen wenn möglich eine Angabe beinhalten, wann und wie oft die Maßnahme durchgeführt werden sollte. Hilfreich ist auch oft, wenn man nach der Formulierung der Maßnahmen noch einmal kontrolliert, ob man durch die Durchführung der Maßnahmen wirklich das formulierte Pflegeproblem anspricht und mit ihr das geplante Pflegeziel erreichen kann.

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